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Exklusive Mode zum Träumen: Haute Couture Paris

Meisterwerke der Schneiderkunst – (c) by beyrouth

Haute Couture ist keine Mode für den Massengeschmack. Sie ist teuer, exklusiv und ein modisches Kulturgut (wie es die FAZ treffend umschreibt), welches die gesamte Modebranche beeinflusst. Die handverlesene Gruppe der Grand Couturier präsentierte vom 1. bis 5. Juli in der Modehauptstadt Paris ihre Kreationen für den Herbst/Winter 2012.

Die Haute Couture Premiere von Raf Simons

Besonders gespannt war das Publikum auf die Arbeiten von Raf Simons. Der Designer ist seit dem April dieses Jahres für die Pret-a-Porter und Haute Couture Damenmodekollektionen des Hauses Dior verantwortlich und zeigte nun in Paris die erste Haute Couture Kollektion seiner Karriere. Vor einer üppig dekorierten Kulisse im Hôtel particulier an der Avenue d’Iéna zeigte er seine moderne Interpretation der Dior Klassiker.

Diesen, nicht nur von der Vogue postulierten, “historischen Moment” wollten sich zahlreiche Designer, wie zum Beispiel Donatella Versace und Alber Elbaz, und eine auch ansonsten recht exquisite Gästeschar nicht entgehen lassen. Sie konnten sich an einer ausgefeilten Kollektion mit zahlreichen Bezügen auf die Designgeschichte des Modehauses Dior erfreuen, welche absolut überzeugend in die zeitgemäßen und modernen Entwürfe von Raf Simons einflossen.

Chanel – Zeitlose Klassiker

Auch Chanel zelebrierte die Kollektion, welche unter dem Thema “New Vintage” stand, elegant und stilsicher. Karl Lagerfeld verhalf den Klassikern von Coco Chanel zu neuem Glanz und präsentierte zart karierte Boulcé-Kostüme und zahlreiche Tweedjacken.

Die ansonsten in sehr kühlen Tönen gehaltene Kollektion weißt nur einen wirklichen Farbtupfer auf: Ein glänzendes, pinkblaues Abendkleid. Darüberhinaus varriert diese Kollektion verschiedene Grau- und Silbertöne sowie Schwarze und Weiße Modelle, welche hier und da von zartem Pastellrosa aufgelockert werden.

Insgesamt zeigten 23 Modemacher die Entwürfe für den exklusiven Kundenkreis der sich nun die ausgewählten Modelle auf den Leib schneidern lässt um damit im kommenden Winter zu glänzen.

Luxuslabel Dior: Raf Simons übernimmt das kreative Ruder

Im Februar 2011 trennte sich das bekannte französische Modehaus Dior von seinem Chefdesigner John Galliano. Über ein Jahr dauerte die Suche nach einem geeigneten Nachfolger, nun ist es endlich soweit: Mit der Verpflichtung des Designers Raf Simons endet die lange Übergangsphase.

Vom Industriedesign zur Mode

Nach seinem Studium des Industriedesigns arbeitete Raf Simons zunächst als Möbel-Designer. Einige Jahre später wagte der Belgier den Quereinstieg in die Mode und brachte 1995 seine erste Herrenkollektion auf den Markt. Im Laufe der Jahre verfeinerte er seinen schnörkellosen und minimalistisch angehauchten Stil, 2005 gelang ihm der Sprung an die Spitze der Modewelt. Als Kreativdirektor von Jil Sander prägte er über Jahre erfolgreich den Stil des Modehauses.

Quo vadis Dior?

Mit Raf Simons kehrt frischer Wind bei Dior ein. Wahrscheinlich ist eine deutliche Neuausrichtung des Designs zu einem weniger opulenten und moderneren Sti. Simons selbst sagt, er wolle den Stil der Luxusmarke “im 21. Jahrhundert vorantreiben”. Neben den bereits bekannten Tätigkeitsfeldern Prêt-à-porter und Accessoires wird sich der Designer sich erstmals in seiner Karriere für eine Haute-Couture Kollektion verantwortlich zeigen, die er im Juli vorstellen will. Wir sind gespannt, welche neuen Akzente Simons bei Dior setzen kann!

The Retrospective: Ausstellung über Mode-Legende Yves Saint Lauren

Er gilt auch nach seinem Tod als einer der einflussreichsten Designer der Welt: Yves Saint Laurent, 2008 verstorbener Erfinder des Hosenazugs und revolutionärer Modeschöpfer, prägte die französische Haute Couture entscheidend mit. Eine Ausstellung im Denver Art Musuem in Colorado (USA) zeigt nun über 200 unvergessliche Modestücke der Design-Legende.

Reise in die Vergangenheit

Wer sich für hochwertige Mode und Haute Couture interessiert und zwischen dem 25. März und 08. Juli 2012 in den USA weilt, sollte sich ein Ticket für die Ausstellung über Yves Saint Laurent besorgen. Neben Roben und Kleidern, die für den unnachahmlichen Stil des Modeschöpfers stehen, zeigt das Denver Art Musuem auch eine Vielzahl an Fotos, Filmen und Zeichnungen, die sich mit der Mode des gebürtigen Algeriers beschäftigen. “The Retrospective” zeigt die Entwicklung Laurents und lässt die Besucher tief in die Welt des Stardesigners abtauchen. Nachdem sie bereits 2010 in Paris und 2011 in Madrid zu sehen war, ist Colorado der vorerst letzte Ausstellungsort der Retrospektive.

Nicht nur erste Auftragsarbeiten aus den frühen Jahren für Dior, auch Anfang der 2000er entworfene Roben und Abendkleider des Modeschöpfers sind zu sehen. Die Retrospektive nimmt den Zuschauer mit auf einen Trip durch 40 Jahre Laurent-Kreativität. Einen ersten Vorgeschmack auf die stilvoll präsentierte Retrospektive bietet eine Bildergallerie mit Fotografien der Haute-Couture-Roben Laurents.

Wem die Fotografien der Kreationen nicht reichen, bekommt mit dem Video zur ersten Yves Saint Lauren Retrospective in Paris 2010 Lust auf mehr:

Haute Couture 2012: Hommage an Amy Winehouse

Ausladender Beehive, opulenter Lidstrich und eine großartige Stimme: Amy Winehouse war nicht nur eine tolle Sängerin, sondern hat mit ihrem Stil auch zahlreiche andere Künstler inspiriert. Der Modeschöpfer Jean Paul Gaultier zeigte nun auf der Haute Couture in Paris mit seiner Kollektion für Frühjahr/Sommer 2012 eine ganz besondere Hommage an die verstorbene Sängerin.

Schrill, opulent und feminin

Jean Paul Gaultier schickte seine Models als Amy Winehouse Doubles mit markanter Turmfrisur, Schönheitsfleck und Lidstrich über den Catwalk. Die Bienenstock-Frisuren korrespondierten farblich mit den vorgestellten Outfits. Einige der dunkelhaarigen Models sahen der echten Amy dadurch überraschend ähnlich.

Stars wie Catherine Deneuve, Dita von Teese und Beth Ditto nahmen in der ersten Reihe Platz und bestaunten die schrillen Kreationen. Jean Paul Gaultier hatte im Zuge seiner Interpretation der 50er und 60er Jahre nicht an Spitze, Leder und Pailetten gespart – Materialien, die Winehouse besonders schätzte. Dies machte die Bustiers, Kleider, Kostüme und Accessoires zu einem besonderen Blickfang. Vor allem die kräftigen Farbkompositionen und die glamourös-opulenten Schnitte fielen auf und bleiben im Gedächtnis.

Gaultier und die Musik

Für Jean Paul Gaultier, seines Zeichens Enfant terrible der französischen Mode, war dies nicht der erste Ausflug in die Musikszene: Zu ihrer “Blonde Ambition Tour” 1990 ließ sich Madonna ein sehr gewagtes Bühnenoutfit auf den Leib schneidern und wiederholte die Zusammenarbeit im Jahr 2006 zur “Confessions Tour”. Auch Kylie Minouge wandte sich anlässlich ihrer “X Tour” 2008 an Gaultier.

Mode einmal anders: Iris van Herpen ein neuer Stern am Fashion-Himmel

Es scheint so, als ob ihre Kleider ein Eigenleben führten. Es scheint so, als seien sie gerade einem Raumschiff entstiegen. Voller Anmut schweben die Models über den Laufsteg in scheinbar fragilen und in scheinbar organischen Kostümen. Es scheint so, als ob ihre Welt eine ganz Andere wäre. Und wir nun eine uns bisher unbekannte, graziöse Lebensart kennenlernen dürfen.

Iris van Herpen: Kunstvolle Mode

In der Tat, scheinen die Kostüme der talentierten Künstlerin und Modedesignerin Iris van Herpen das Publikum aus dem Hier und Jetzt zu entführen. „Escapism“ heißt auch ihre aktuelle Kollektion, die die niederländische Modeschöpferin in diesem Sommer auf der Mercedes Benz Fashion Week in Berlin vorstellte. Und wie bei jeder ihrer Modenschauen sorgte van Herpen auch dieses Mal für Furore. Obwohl ihre Mode-Kreationen nicht im Alltag tragbar sind, werden ihre Kollektion von den Modeliebhabern sehr rege und zugleich begeistert besprochen. Zurecht. Denn Iris van Herpen besitzt eine besondere Gabe innovative Materialen wie z.B. Metallseide, Polyamidpulver oder gesmoktes Leder als Modeentwürfe zu interpretieren. Ihre einzigartige Handwerkskunst spielt ebenfalls eine entscheidende Rolle. Ihre Kunstkreationen werden komplett in Handarbeit gefertigt.

Neue Größe in der Haute-Couture-Szene

„Für mich ist Mode ein künstlerischer Ausdruck, der sehr eng mit mir selbst und meinem Körper verbunden ist. Ich begreife die Mode als Interpretation von Persönlichkeit, kombiniert mit Sehnsüchten und Stimmungen in einem kulturellem Kontext“, so wird Iris van Herpen in einer Pressemitteilung der Berliner Mercedes Benz Fashion Week zitiert. Mit ihrer Designerphilosophie hat van Herpen prominente Fans gewonnen. Lady Gaga und Björk tragen die kunstvollen Kreationen. Und sogar die Pariser Fédération ist von Iris van Herpen’s Arbeit überzeugt: Die 28-jährige Designerin kreiert zwar keine traditionelle Haute-Couture-Mode, dennoch durfte sie in Paris neben den renommierten Sternen wie Armani oder Lagerfeld am Haute-Couture Mode-Himmel strahlen.

Wer dennoch hofft, dass Iris van Herpen demnächst atemberaubende Prêt-à-Porter Mode entwirft, wird enttäuscht. „Prêt-à-Porter interessiert mich nicht. Zumindest bisher nicht. Es gibt schon so viele gute und tragbare Sachen, das ist keine echte Herausforderung für mich.“, so van Herpen im Interview mit ZEIT ONLINE. Van Herpen’s Mode bleibt vorerst ein Werk ausschließlich für die Bühne oder für spezielle Anlässe.

Buchempfehlung: Die 101 wichtigsten Fragen – Mode, Fashion, Haute Couture

Wünscht ihr Euch manchmal ihr hättet einen eigenen Modeberater? Stefanie Schütte bringt Euch diesem Traum ein Schritt näher. Die Modeexpertin ist seit über 15 Jahren bei der Deutschen Presseagentur (dpa) tätig und berichtet regelmäßig über die internationale Modeszene von den renommierten Fashion-Laufstegen dieser Welt. In ihrem neu erschienen Buch „Die 101 wichtigsten Fragen – Mode, Fashion, Haute Couture“ gibt Stefanie Schütte  unterhaltsam Antworten sowohl auf die brennenden Alltags-Styling-Fragen sowie auf die historischen Modefragen:  Welche Looks sind  ein wirkliches No-Go? Was ist das absolute Must-Have für jeden Kleiderschrank? Wo ist der grundlegende Unterschied zwischen einem Prada und einem H&M-Kleid?  Und wer hat eigentlich die Modewelt stärker beeinflusst, Coco Chanel oder doch Yves Saint Laurent ?

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